Impfungen - Prävention der modernen Medizin

Impfungen zählen zu den wichtigsten, präventiven Maßnahmen der modernen Medizin. Durch eine flächendeckende Impfung gegen bestimmte Erreger und Krankheiten ist es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten möglich geworden, Krankheitsbilder wie Kinderlähmung (Polio) in Europa nahezu vollkommen verschwinden zu lassen. Das Prinzip der Impfung wird dabei vor allem im Kindesalter angewendet, um so ein gesundes, weiteres Leben zu ermöglichen und zahlreiche Krankheitsbilder auszuschließen, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen würden. Auch für Erwachsene sind Impfungen noch üblich, vor allem bei der Reise in weit entfernte Länder. Da der europäische Organismus nicht auf die hier vorkommenden Krankheitserreger vorbereitet ist, wird dies durch eine gezielte Impfung nachgeholt.

Das Grundprinzip der Impfung

Grundsätzlich ist zwischen aktiver und passiver Impfung zu unterscheiden, wobei hier vor allem das akute Vorliegen einer Erkrankung ausschlaggebend ist. Bei aktiven Impfungen soll die entsprechende Erkrankung nicht vorliegen, hier wird das Einspitzen des Erregers in den Blutkreislauf daher als rein vorbeugende Maßnahme angewendet. Die eingespritzte Dosis reicht dabei nicht für eine schwere Erkrankung aus, der Körper bildet jedoch selbstständig Antikörper gegen den Erreger und ist so zukünftig auf das natürliche Eindringen des Erregers vorbereitet.

Bei der passiven Impfung liegt für gewöhnlich die Erkrankung vor, hier stellt die Injektion also eine bewusste Behandlungsmaßnahme dar. Der Vorteil ist die direkte Bekämpfung der Krankheit durch die Injektion der Antikörper, der Nachteil ist ihre kurze Wirkungsdauer im Vergleich zu Antikörpern, die vom Körper selbst gebildet wurden.

Klassische Impfungen in Deutschland und Europa

Zu den flächendeckenden Impfungen zählen hierzulande Maßnahmen gegen Masern und Mumps, den Wundstarrkrampf Tetanus sowie Polio und Keuchhusten. Das Anregen der Produktion von Antikörpern erfolgt hier gewöhnlicherweise über die Injektion in den Blutkreislauf, was gerade bei Kindern eher mit Widerwillen angenommen wird. Manche Impfungen wie z.B. die gegen Polio erfolgt als Schluckimpfung, d.h. der Erreger wird hier oral aufgenommen und bietet einen jahre- oder lebenslangen Schutz auf eine angenehm herbeigeführte Weise. Das Bemühen der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt darin, die in Europa oder Nordamerika etablierten Impfungen flächendeckend auszudehnen und so gerade in den Entwicklungsländern diverse Krankheitsbilder auszurotten. Noch immer sterben jährlich Hunderttausende Menschen weltweit an Krankheitsbildern wie Masern, Polio und Keuchhusten, obwohl hiergegen ein effektives Gegenmittel gefunden wurde. Durch die Weiterentwicklung der Infrastrukturen in allen Nationen weltweit und die bessere, medizinische Versorgung dürfte es jedoch möglich sein, in den kommenden Jahrzehnten verschiedene Krankheitsbilder gänzlich auszurotten.

Impfungen für die Reise ins Ausland

Neben den genannten Impfungen, die für alle Menschen weltweit eine gleiche Relevanz besitzen, sind verschiedene Impfungen ausschließlich für bestimmte Regionen empfehlenswert. Die entsprechenden Erreger oder Überträger von Krankheiten tauchen nicht auf dem gesamten Globus auf, ein berühmter Fall ist die Tse-Tse-Fliege als Überträger der Schlafkrankheit. Wer als Europäer die Reise in asiatische oder afrikanische Länder plant, ist daher im Vorfeld mit einigen Zusatzimpfungen gut beraten. Das Risiko, welche Erkrankungen in bestimmten Reiseregionen auftreten, kann mittlerweile durch die Medizin gut eingeschätzt werden, so dass es zu einer gezielten Impfung kommen kann. Zu den bekanntesten Krankheiten, die sich mittels einer Impfung ausschließen lassen, zählen Gelbfieber, Malaria, verschiedene Formen von Tollwut sowie Hepatitis A und B.