Wer häufiger Medikamente einnehmen muss, wird möglicherweise schon über die einzelnen Darreichungsformen nachgedacht haben. Wirkstoffe als Tropfen, in Tablettenform oder als Zäpfchen einzunehmen, bringt je nach Wirkstoff und Erkrankung individuelle Vorteile, um so schnell wirken zu können und für eine rasche Linderung zu sorgen. Da die meisten Arten von Darreichungsformen oft nur mit ihren medizinischen Fachbegriffen benannt werden, soll eine kleine Übersicht Klarheit schaffen und jedem Patienten die Auswahl erleichtern, welche Art der Einnahme je nach Krankheitsbild am besten geeignet ist.
Die häufigste Art, ein Arzneimittel einzunehmen erfolgt oral bzw. peroral. Beide Begriffen bezeichnen das Gleiche, konkret die Aufnahme des Wirkstoffs über den Mund, was z.B. in Form von Tabletten, Dragees, Tropfen oder als Saft erfolgen kann. Ähnlich wie bei der Einnahme von Nahrungsmitteln landen die Wirkstoffe zunächst im Magen und werden von hier aus in das gesamte Kreislaufsystem des Menschen übernommen. Je nach dem Zeitpunkt der Wirkung werden verschiedene Darreichungsformen oraler Medikamente bevorzugt. So werden Arzneimittel für den Magen meist als Tropfen oder in Pulverform verabreicht, um direkt zur Wirkung kommen zu können. Medikamente für innere Erkrankungen liegen hingegen meist in Tablettenform vor, die erst langsam ihre Wirkstoffe entfalten und dabei nicht komplett durch die Magensäure zerstört werden.
Vor allem bei Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt ist die parentale Anwendung eines Arzneimittels üblich, das im Regelfall als Zäpfchen vorliegt. In diesem Fall sollen die Wirkstoffe unmittelbar auf die Darmmotorik bzw. die Darmflora wirken, um so Erkrankungen in diesem Körperbereich unmittelbar zu bekämpfen. Auch die vaginale Anwendung ist bei Erkrankungen im Genitalbereich üblich, wobei hier neben Vaginalzäpfchen vorrangig Salben zum Einsatz kommen. Auch hier gilt es, für die unmittelbar erkrankte Körperstelle eine schnelle Linderung herbeizuführen, also z.B. bei Entzündungen im äußeren Genitalbereich oder im Vaginaltrakt.
Bis auf wenige Ausnahmen findet die parentale Anwendung eines Wirkstoffes ausschließlich durch einen Arzt statt. In diesem Fall wird der Wirkstoff direkt in den Blutkreislauf gespitzt und sorgt hier für einen unmittelbaren Schutz. Das Prinzip wird dabei nicht nur zur Behandlung von akuten Krankheiten angewandt, sondern dient auch als präventive Maßnahmen, beispielsweise im Rahmen von Schutzimpfungen. Der Grund für die parentale Reichung ist darin motiviert, den Wirkstoff unabhängig vom Magen-Darm-Trakt bzw. dem Stoffwechselsystem zuzuführen. Würde das Medikament als Tablette oder Tropfen gereicht, träte eine rasche Verdauung der Wirkstoffe ein, so dass keine Wirkung zu verspüren wäre.
Bei Erkrankungen im HNO-Bereich ist ebenso wie bei Hautkrankheiten eine unmittelbare Anwendung des Wirkstoffs an den betroffenen Körperbereichen möglich. Dies gilt vorrangig für Salben, ebenso wie für Augentropfen, Nasensprays sowie Spülungen und Lösungen. Bis in den Rachenraum hinein können hierbei Medikamente äußerlich angewendet werden, wobei hier das Verschlucken der Wirkstoffe aufgrund auftretender Nebenwirkungen nicht anzuraten ist. Die kutane Anwendung, also das Einreiben auf der Haut, findet neben der Bekämpfung von dermatologischen Erkrankungen auch in zahlreichen, weiteren Bereichen einen sinnvollen Einsatz. Beispielsweise kann mittels Einreiben eine starke Bronchitis oder eine verkrampfte Muskulatur durch die Haut hindurch gelindert werden.